CMD Ursache &
Symptome
CMD verstehen.

Was ist CMD?
Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist die Bezeichnung für vielfältige Funktionsstörungen des Kauorgans. Liegen der Kiefer und das Kiefergelenk in einer „falschen Position“, so kann die Fehllage viele Jahre beschwerdefrei verlaufen – solange, bis die Herausforderungen des Lebens zu viel werden und Sie nachts mit Zähnepressen und Knirschen den Stress bewältigen. Erst diese Kombination – aus einer Kieferfehllage und dem Pressen der Zähne – löst eine CMD aus. Ebenso können ein Unfall (mit Kieferbruch), eine falsche Zahnfüllung (zu hoch/ zu niedrig) oder eine Zahnentfernung in der frühen Jugend die Kombination aus Fehlbiss und Zähneknirschen verursachen. Da die Kiefergelenke von feinem Nervengewebe umgeben sind, ist eine CMD äußerst schmerzhaft.
CMD in drei Sätzen erklärt
- Ist eine Funktionsstörung des Kauorgans
- mit der Ursache Fehlbiss (Zahnfehlstellungen, Kieferfehlstellungen, zu hohe/ zu niedrige Zahnfüllungen, Unfälle)
- Plus der Kombination Zähneknirschen und/ oder Zähnepressen
Warum habe ich Nacken- oder Kopfschmerzen bei CMD?
Unser Kausystem ist ein hoch komplexes System, bestehend aus dem Zusammenspiel von Kiefergelenken, Kaumuskulatur, Kiefern und Zähnen. Die Kiefergelenke sind über Muskeln, Nerven und Faszien mit anderen Körperbereichen (Kopf, Nacken, Rücken) verbunden. Kommt es nun zu Funktionsstörungen im Kaubereich, treten Schmerzen meist auch im Kaubereich auf, doch darüber hinaus eben auch an anderen Körperstellen, die in Verbindung mit diesem Bereich stehen. Schmerzen führen wiederum zu weiteren Anspannungen, Muskelverspannungen und Blockaden im gesamten Körper. Was vielen Menschen nicht bewusst ist, selbst eine falsche Fußposition oder ein Beckenschiefstand können zu Fehllagen im Kiefer und damit zur Craniomandibulären Dysfunktion führen.
Kann Stress CMD auslösen oder verschlimmern?
Ja, negativer Stress, der tagsüber nicht verarbeitet wird, arbeitet nachts mit unseren Zähnen weiter und führt häufig zu Zähneknirschen (Bruxismus), Zähnepressen und zu Verspannungen. In Kombination mit einem Fehlbiss wird dann eine CMD ausgelöst.
Ist CMD eine Krankheit?
Die Craniomandibuläre Dysfunktion wird in der Medizin nicht als klassische Krankheit betrachtet, sondern als eine funktionelle Störung des Kausystems. CMD steht als eine Art „Sammelbegriff“ für diverse Probleme und Symptome, die mit dem Kiefergelenk in Verbindung stehen. Doch für Betroffene, die unter Fehlfunktionen und Schmerzen leiden und deren Lebensqualität erheblich beeinträchtigt ist, ist es wenig hilfreich, wie die CMD in der Medizin bezeichnet wird. Im Fokus sollte deshalb die Frage stehen: Wie kann geholfen werden?
In welchem Alter tritt eine CMD am häufigsten auf?
Insbesondere Personen im Alter von 16 bis 44 Jahren leiden unter den Symptomen einer CMD. Die Craniomandibuläre Dysfunktion kann jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer.
Wird man mit einer CMD geboren?
Meist entwickelt sich eine CMD erst im Laufe des Lebens, durch anatomische Veränderungen und äußere Einflüsse wie Stressbelastungen. ABER es gibt angeborene Faktoren, die das Risiko für eine CMD erhöhen. Hierzu zählen z.B. Kieferfehlstellungen (Dysgnathien) wie z.B. Über- oder Unterbiss oder Fehlbildungen, die in der Kombination mit Zähneknirschen oder Pressen zur CMD führen können. Als Kieferorthopäde empfehlen wir stets den kindlichen Vorsorge-Check ab einem Alter von 5 Jahren beim Kieferorthopäde, um Zahnfehlstellungen oder Kieferanomalien frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Kann CMD ohne Behandlung schlimmer werden?
Ja, unbehandelt können chronische Schmerzen und Funktionsstörungen entstehen.
Welche Symptome hat eine CMD?
- Knackgeräusche im Kiefer
- Kieferverspannungen
- Kieferschmerzen
- Gesichtsschmerzen
- Schmerzen beim Kauen oder Sprechen
- Eingeschränkte Mundöffnung
- Kopfschmerzen und/ oder Migräne
- Augendruck
- Nacken- und Rückenschmerzen
- Ohrenschmerzen
- Tinnitus
- Schwindel
- Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme
- Schlafstörungen
Treten immer alle CMD-Symptome zusammen auf?
Nein. CMD-Symptome treten nicht immer gemeinsam auf. Sie treten meistens in Kombination auf, dieses jedoch in unterschiedlich starker Ausprägung und in unterschiedlicher Kombination. So können bei einem Betroffenen Knackgeräusche, Kieferschmerzen, Nacken- und Kopfschmerzen auftreten, ein anderer wiederrum leidet unter Gesichtsschmerzen, eingeschränkter Mundöffnung und Tinnitus.
CMD erkennen
& verstehen
Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist eine sehr komplexe Funktionsstörung, mit individuell sehr unterschiedlichen Symptomen! Diese nahezu „diffuse Zusammensetzung“ ist meist auch dafür verantwortlich, dass CMD-Betroffene häufig Monate und manchmal auch Jahre von einem Arzt zum anderen gehen, bevor einer der Ärzte den Zusammenhang erkennt, und den Patienten an einen CMD-Spezialisten verweist.